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OLIVER STONE ÜBER JFK

Im Dezember 1991 veröffentlichte Warner Bros. Oliver Stones Spielfilm „JFK – TATORT DALLAS“ über das Attentat auf US-Präsident John F. Kennedy. Aus der Perspektive des Bezirksstaatsanwalts Jim Garrison (Kevin Costner) beleuchtete Stone in seinem Film die zahlreichen Kontroversen und Vertuschungen rund um die dramatische Ermordung einer der einflussreichsten Politiker der amerikanischen Geschichte. Er gewann zwei Oscars® und zählt zu den finanziell erfolgreichsten Filmen von Regisseur Oliver Stone. Doch in der Zeit seit dem Erscheinen von „JFK – TATORT DALLAS“ sind viele neue Beweise rund um den Tod des Präsidenten publik geworden, woraus „JFK REVISITED“ entstanden ist.

Nachdem Kennedy am 22. November 1963 im offenen Wagen in Dallas erschossen wurde, kam die zur Untersuchung des Attentats eingesetzte Warren-Kommission zu dem offiziellen Schluss, dass Lee Harvey Oswald als Einzeltäter dafür verantwortlich war. Und als Oswald nur zwei Tage nach dem Attentat in Polizeigewahrsam vom Nachtklubbesitzer Jack Ruby erschossen wurde, war die ganze Angelegenheit nur noch undurchsichtiger. Im Laufe der Jahre kamen Regisseur Oliver Stone und viele andere zu der Überzeugung, dass hinter dem Kennedy-Attentat mehr steckte als die Tat eines Einzelnen.

„Es war eine sauber ausgeführte verdeckte Exekution, inklusive Vertuschung – alles direkt aus dem CIA-Handbuch für Geheimoperationen. Amerika war danach nicht mehr dasselbe Land, denn hinter den Kulissen übernahmen die Geheimdienste und das Militär die Kontrolle über die Ausrichtung der US-Regierung in den Bereichen, in denen das große Geld involviert ist, wie nationale Sicherheit und Strategie. Und seit damals war kein Präsident in der Lage, diesen Kurs zu ändern. Jeder Präsident war eingeschränkt, was seine Möglichkeiten betraf, grundlegende Veränderungen in unseren militärischen Sektoren vorzunehmen“, so Oliver Stone.

Ein US-Präsident wird am helllichten Tag vor den Augen der ganzen Welt ermordet. Da hatten die Menschen sofort das Gefühl, dass größere Kräfte am Werk gewesen sein müssen als ein einzelner Mann.
Oliver Stone

„In meinen Augen gab es einen Putsch gegen einen jungen Präsidenten, der in kleinen Schritten versucht hat, die Dinge in diesem Land grundlegend zu verändern“, sagt Stone. „Kennedy war ein junger Mann und ein Kriegsheld. Er sah die Dinge auf neue Weise. Er dachte nicht wie Eisenhower. Er unterwarf sich nicht dem Militär, wie jeder andere amerikanische Präsident vor und nach ihm. Deshalb wurde er gewählt. Die Leute mochten ihn. Und er hätte die Wahl 1964 gewonnen und mit Robert Kennedy als Nachfolger 1968 und 1972 hätten die Kennedys vielleicht wie Roosevelt vier Präsidentschaftswahlen in Serie gewinnen können. Viele in der JFK-Forschungscommunity widmeten Jahrzehnte ihres Lebens dem Versuch, der Wahrheit auf die Spur zu kommen“, sagt Stone.

2017 – 54 Jahre nach dem Attentat – verkündete Präsident Donald Trump, dass er alle restlichen JFK-Akten freigeben würde, nur um im letzten Moment einen Rückzieher zu machen. Als Grund dafür wurde erneut die „nationale Sicherheit“ genannt und am Ende wurde aufgrund des Drucks der Geheimdienste nur ein Bruchteil der Akten freigegeben. Danach war Stone überzeugt, sich erneut des Falls JFK anzunehmen – diesmal in Form einer Dokumentation. „Ohne Rob Wilson hätte ich es nicht gemacht“, gibt Stone zu. „Er sagte zu mir: Oliver, du solltest das als Dokumentation machen, denn die Leute müssen es wissen. Ansonsten bekommen sie nur Falschinformationen zu dem Fall serviert.“ Und damit war JFK REVISITED geboren.