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Weltpremiere mit Bundesrat

BON SCHUUR TICINO feierte gestern, 23. November, seine hoch besuchte Weltpremiere im Zürcher blue cinema Corso.

Der Andrang war gross, gestern Abend im Corso. Schliesslich wurden der höchste Schweizer, in Person von Nationalratspräsident Martin Candinas (geboren im Kanton Graubünden, somit der Rätoromanischen Sprache mächtig) sowie Bundesrat und Aussenminister – und Ticinese – Ignazio Cassis erwartet. Und natürlich, wie es sich für eine Weltpremiere gehört, der ganze Cast des Films, allen voran Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Peter Luisi sowie Protagonist Beat Schlatter. Letzterer war es, der eines Abendessens die grandiose Idee hatte, einen Film über ein absurdes Szenario zu drehen, in welchem die Schweiz über die Einsprachigkeit abstimmt. Doch nicht nur das: Die Wahl fällt, doch eher überraschend, auf Französisch als offizielle Landessprache der Schweiz. Französischpflicht! Bitterer Ernst für die Figuren im Film, cleverer Spass für das Publikum.

BON SCHUUR TICINO entpuppte sich schon auf Konzeptbasis als etwas mehr als nur ein Kinofilm. Die Einzigartigkeit der Schweiz, mit Ihrer Vielfalt, die sich unter zahlreichen anderen Aspekten durch die vier Landessprachen auszeichnet, ist ein Thema, das uns irgendwie alle betrifft. Das merken wir spätestens dann, wenn wir eine Inlad-Reise über die Sprachgrenze hinaus vornehmen, und realisieren, dass wir uns kaum oder gar nicht mit unseren anderssprachigen Mitbürger:innen unterhalten können. Was ist also absurder: Diese reale Ausgangslage – oder jene unserer filmischen Geschichte?

Offensichtlich interessierte dies auch die beiden anwesenden Politiker, die den Abend in einem praktisch bis auf den letzten Sitzplatz gefüllten Corso eröffneten, in dem Sie auf der Bühne über das Thema Minderheitensprachen in der Schweiz parlierten. Damit setzten Sie ein Zeichen für die Identität der Schweiz, welche im folgenden Programmpunkt, also im Film selbst, auf eine harte Probe gestellt würde. Im Tessin macht sich eine Untergrund-Widerstandsgruppe breit, während auch in der Deutschschweiz Partisanen aktiv werden, um die Eigenheiten unseres Landes zu verteidigen und gegen die Einsprachigkeit zu rebellieren. Ist das die Lösung? Oder gilt es die demokratische gefällten Entscheide wortlos zu akzeptieren? Fragen über Fragen, die zwar das Gerüst des Films bilden, aber stets – im Sinne der Komödie – in (zahlreichen) Lachern mündeten.

Ob Rumantsch (dies wäre übrigens die Wahl von Hernn Bundesrat Ignazio Cassis, ist es doch die einzige «wahre» Schweizer Sprache), Französisch oder eben vier Landessprachen: Das Thema bewegt. Peter Luisi ist es gelungen, so der Grundtenor der rund 700 anwesenden Gäste, dies auf eine hochwertige und humorvolle Art und Weise zu vermitteln. Und so, zumindest gestern, ein grosses (Corso-)Kino zu füllen.

BON SCHUUR TICINO läuft ab 30. November in den Kinos.